Eine fabelhafte Sammlungen von Sagen & Legenden hat Monika Detering vorgelegt. Sie hat gesammelt, was an interessanten Themen im Münsterland, Ostwestfalen-Lippe, längs der Weser, um Paderborn, in der geheimnisvollen Stadt Bielefeld und auch im Ruhrgebiet in Vorzeiten alles so passiert sein soll. Sagen & Legenden aus Westfalen eben. Und das schönste dabei – Sie hat die Sagen nicht einfach nur zusammengestellt, sondern erläutert und erklärt, wo sich uns heute die Sage nicht mehr so ohne weiteres erschließt. Man ist schlauer nach dem Lesen dieses Buches und das ist, finde ich, eine fabelhafte Sache. Erschienen ist das Buch gerade eben im Regionalia Verlag, Rheinbach (ISBN 978-3-95540-197-9), zu bekommen in jedem Buchladen offline und online und auch im Gemischtwarenhandel.
Freitag, 8. April 2016
Montag, 1. Februar 2016
List oder Weisheit?
Einstmals sagte ein König zu seinem Minister: »Minister, welches ist das Vorzüglichere, List oder Weisheit?« Der Minister antwortete: »Die List«. Da wurde der König sehr zornig und sprach: »Warum ziehst du die List der Weisheit vor?« Damit liess er den Minister hinauswerfen. Als der König einen Monat lang gezürnt hatte, rief er seinen Elefantenwärter und sprach: »Hahu, höre meine Worte. Nachdem du einem wütenden Elefanten tausend Mass Branntwein gegeben hast, so lass ihn auf jenen Minister los«. Er liess den Minister kommen und gab ihm reichlich zu essen und zu trinken. Nachdem er gegangen war, begaben sich der König und die übrigen aus dem Palast, der König und die Königin sahen von einem Versteck aus zu. Als der Minister sich hinsetzte und pisste, wurde der Elefant losgelassen. Als dieser wütende Elefant angerannt kam, dachte der Minister: »Weil ich keine Waffen bei mir habe, bin ich verloren«. Er packte einen in der Nähe befindlichen Hund beim Schwanze, und nachdem er ihn dreimal gegen den Elefanten geschwungen hatte, bis der Hund den Elefanten in den Rüssel, so dass dieser erschrocken floh. Als dies der König sah, lachte er sehr, liess den Minister kommen und sprach: »Deine Rede war richtig; die List ist das Vorzüglichere!« Er machte ihn auf der Stelle zum Fürsten, wies ihm einen jährlichen Gehalt von 9000 Stücken Silber an und entliess ihn.
O König, dies ist die Macht der List. Es bedeutet, dass du durch unsere Macht König bist. Wir halten Religion und Sitte durch allerelei List; weil der König etwas Unpassendes befohlen, hat, deshalb waren wir ungehorsam.
O König, dies ist die Macht der List. Es bedeutet, dass du durch unsere Macht König bist. Wir halten Religion und Sitte durch allerelei List; weil der König etwas Unpassendes befohlen, hat, deshalb waren wir ungehorsam.
Fünf indische Fabeln
Aus dem Mongolischen von Hans Conon von der Gabelentz
Aus einer unveröffentlichten Handschrift der Königl. Bibliothek zu Berlin
Aus dem Mongolischen von Hans Conon von der Gabelentz
Aus einer unveröffentlichten Handschrift der Königl. Bibliothek zu Berlin
mitgeteilt von B. Laufer
Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft
Bd. 52 (1898)
Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft
Bd. 52 (1898)
Donnerstag, 28. Januar 2016
Der giftige Fisch
Ein Mann hatte einstmals einen Fisch gefangen, den man Stachelbauch oder Fugu nennt und für giftig hält. Er kannte aber dessen böse Eigenschaften nicht recht und begann, ihn zum Mahle herzurichten, obwohl er doch nicht ohne alle Besorgnis war. Während er mit dem Zubereiten des Fisches beschäftigt war, kam eine hungrige Katze, ergriff ein Stück von dem Fische und lief mit demselben davon. Der Mann verfolgte sie; sie lief deshalb in einen engen Spalt zwischen zwei Häuser, wo sie in Sicherheit war; das Stück Fisch hielt sie fortwährend im Maule.
Der Mann dachte nun, als er von der Verfolgung der Katze zu seiner früheren Beschäftigung zurückgekehrt war, daß seine Besorgnis wohl unbegründet sein müsse, denn wenn die schlaue Katze den Fisch nicht verschmähe, könne er ihm unmöglich schaden. Er begann daher, als sein Mahl fertig war, ruhig den Fisch zu verspeisen.
Die Katze aber hatte, nachdem sie ihre Beute in Sicherheit gebracht, doch auch einige Bedenken gehabt. Sie kam daher aus ihrem Verstecke wieder hervor und sah zu, ob der Mann den Fisch auch wirklich verzehre. Als sie nun sah, daß er ihn wirklich aß, da zögerte sie nicht länger und fraß ihr Stück ebenfalls. Beide, Mann und Katze, starben elendiglich. So täuschen sich die schlauesten oft am allerleichtesten.
Der Mann dachte nun, als er von der Verfolgung der Katze zu seiner früheren Beschäftigung zurückgekehrt war, daß seine Besorgnis wohl unbegründet sein müsse, denn wenn die schlaue Katze den Fisch nicht verschmähe, könne er ihm unmöglich schaden. Er begann daher, als sein Mahl fertig war, ruhig den Fisch zu verspeisen.
Die Katze aber hatte, nachdem sie ihre Beute in Sicherheit gebracht, doch auch einige Bedenken gehabt. Sie kam daher aus ihrem Verstecke wieder hervor und sah zu, ob der Mann den Fisch auch wirklich verzehre. Als sie nun sah, daß er ihn wirklich aß, da zögerte sie nicht länger und fraß ihr Stück ebenfalls. Beide, Mann und Katze, starben elendiglich. So täuschen sich die schlauesten oft am allerleichtesten.
Brauns, David
Japanische Märchen und Sagen
Leipzig, 1885
Japanische Märchen und Sagen
Leipzig, 1885
Dienstag, 26. Januar 2016
Russische Fabeldichter
Als Begründer der russischen Fabel gilt Alexander Petrowitsch Sumarokow (1717 - 1777). Sumarokow stammt aus einer adligen Familie, diente u.a. in der militärischen Kanzlei und war eine Zeit lang auch Theaterdirektor. Er schrieb Theaterstücke, Opernlibretti und zwischen 1762 und 1769 Fabeln. Seine Fabeln zeichnen sich durch eine große Geschwätzigkeit aus. A. A. Rževskij (1737 - 1804) ist ein weiterer Dichter, der sich in Rußland der Fabel angenommen hatte. Anders als Sumarokow, der die Prosafabel pflegte, nutzte Rževskij die Gedichtform, teilweise durch druckgrafische Gestaltung, in dem er den Gedichten geometrische Formen gab. Vasilij Ivánovič Májkov (1728-1778) bewunderte Sumarokow, dem er insbesondere in den Fabeln nachstrebte. Bekannt wurde er allerdings durch seine Episteln. Iwan Andrejewitsch Krylow (1769 - 1844) war Hauslehrer und Bibliothekar in Sankt Petersburg. Er veröffentlichte zwischen 1809 und 1843 mehr als 200 Fabeln, von denen eine Auswahl bereits 1842 in deutscher Sprache erschien. Nur am Anfang orientierte sich Krylow an Äsop und La Fontaine, schuf später dann aber eigene Fabeln. Alexander Nikolajewitsch Afanassjew (1826 - 1871) gilt als der »russische Grimm«. Er war Märchensammler und erfasst dabei auch Fabeln.
Horst-Dieter Radke
Mittwoch, 20. Januar 2016
Der Baum
Er
lies sich an dem mächtigen Baum am Fluss nieder, lehnte sich mit dem
Rücken an. Was war das überhaupt für ein Baum? Eine Buche? Eine Linde? Ein
Ahorn? Er hatte überhaupt keine Ahnung. Von Bäumen verstand er nicht viel. Also
zog er sein Buch hervor und begann zu lesen, vom Ringeherrn, dem Auenland und
dem Fangornwald. So vertieft war er in die Lektüre, dass er nicht merkte, wie
langsam und leise knirschend sich zwei starke Äste herunterbogen, ihn
umfassten, umklammerten und nach und nach den Druck erhöhten. Erst als das
Atmen schwer wurde, merkte er auf. »Was? … Lass mich los!« Doch so sehr er sich
mühte, er kam nicht mehr frei. Immer kräftiger drückten ihm die Äste die Brust
und den Atem ab. »So soll es allen gehen«, wisperte es aus den Zweigen, »die
aus meinen Brüdern schnödes Papier machen und dies mit Schwärze beschmutzen.«
Horst-Dieter Radke
Dienstag, 19. Januar 2016
Nathan
Nathan, ein Prophet und weiser Lehrer zu Salem, saß unter seinen Jüngern und die Worte der Lehre und der Weisheit flossen wie Honig von seinen Lippen.
Da sprach einer seiner Jünger, Gamaliel: Meister wie kommt es, daß wir so gern deine Lehren empfangen, und alle horchen der Rede deines Mundes?
Da lächelte der bescheidene Lehrer und sprach: heißt mein Name nicht Nathan (Geben?) – der Mensch nimmt ja gerne, wenn man nur zu geben weiß!
Wie giebst du denn? fragte Hillel, ein anderer von denen, die zu seinen Füßen saßen.
Und Nathan antwortete: Ich reiche euch den goldenen Apfel in silberner Schaale. – Die Schaale empfanget ihr, aber ihr findet den Apfel.
Da sprach einer seiner Jünger, Gamaliel: Meister wie kommt es, daß wir so gern deine Lehren empfangen, und alle horchen der Rede deines Mundes?
Da lächelte der bescheidene Lehrer und sprach: heißt mein Name nicht Nathan (Geben?) – der Mensch nimmt ja gerne, wenn man nur zu geben weiß!
Wie giebst du denn? fragte Hillel, ein anderer von denen, die zu seinen Füßen saßen.
Und Nathan antwortete: Ich reiche euch den goldenen Apfel in silberner Schaale. – Die Schaale empfanget ihr, aber ihr findet den Apfel.
Parabeln, oder Gleichnisse aus der Natur gezogen
mit anmuthigen Erzählungen und lehrreichen Bildern geziert
vorzüglich der Jugend und allen Ständen gewidmet
Friedrich Adolf Krummacher (Hrsg.)
Bregenz, 1810
Sonntag, 17. Januar 2016
Buddha im Schnee
Eines Tages wurden Buddha und seine Jünger beim Meditieren bereits morgens vom Schnee überrascht. Während seine Jünger nach und nach aufhörten zu meditieren, blieb der Buddha in seiner Versenkung und rührte sich nicht. Es wurde Mittag, die Jünger liefen frierend und zitternd herum, sich mit den Armen sich auf Brust und Schulter schlagend. Keiner wagte es, den Erhabenen aus seiner Versenkung zu holen. Nur Ananada befreite ab und zu den Meister von allzu großer Schneelast. Am frühen Nachmittag hörte der Schneefall auf, die Sonne kam durch und schmolz den Schnee wieder weg. Noch vor Sonnenuntergang schüttelte sich der Buddha, stand auf, schaute um sich und sah nur bibbernde Mönche.
»Was ist los?« fragte er. »Warum friert ihr? Wärmt euch die Sonne nicht, die gerade dabei ist, mit einem wunderschönen Rot für die Nacht zu verschwinden?«
»Habt ihr nicht gefroren, Meister? Wir hatten den ganzen Tag über Schnee und eisigen Wind!«
Buddha lächelte. »Vielleicht hatten wir Schnee und vielleicht war es kalt. Ich war jedoch nicht da. Wie konnte ich da frieren?«
Der Kater, dem Buddha schon einige Male begegnet war, schnurrte, während er noch mit seinen Jüngern sprach, heran und rieb sich an seinem Bein. Auf seinem schwarzen Fell glänzten noch wenige Schneekristalle. »Auch er war nicht anwesend«, sagte Buddha, »und hat folglich nicht gefroren.«
»In einer Höhle wird er gewesen sein, in irgend einem Unterschlupf. Das Katzenvieh ist viel zu bequem um der Kälte zu trotzen«, schimpfte ein Jünger.
»Oder zu schlau«, sagte Buddha. »Wer wird auch so dumm sein, im Schnee und in der Kälte auf und ab zu laufen ohne sich unterzustellen.«
apokryphe Buddha-Legende aus dem 21. Jh.
aufgeschrieben erstmals von
aufgeschrieben erstmals von
Horst-Dieter Radke
Samstag, 9. Januar 2016
Die beiden Hunde
Längs einem Strom in einem Felsenschlunde,
Ging einst ein Edelmann,
Und ihn umhüpften seine beiden Hunde:
Joli und Soliman.
Joli, das Windspiel, sprang mit tausend Possen
Hinan an seinen Herrn,
Und wird geküßt, indessen steht verstoßen
Der arme Pudel fern,
Den armen liebt man nicht, er kann nicht schmeicheln,
Zu finster ist sein Blick,
Und statt den treuen, wie Joli, zu streicheln,
Stößt man ihn stets zurück.
Nun aber wankt der Herr am steilen Strande
Mit ungewissem Fuß
Und stürzet plötzlich von dem glatten Rande
Des Abgrunds in den Fluß.
Indes Joli mit Furcht und bangem Bellen
Am hohen Ufer steht,
Sich in dem Silberspiegel glatter Wellen
Begaffet und dann geht,
Stürzt sich der brave, stets verschmähte Pudel
Hinab vom hohen Strand,
Entreißet mühsam seinen Herrn dem Strudel
Und trägt ihn froh ans Land.
O möge diese kleine Fabel lehren,
Wie oft der Schein belügt,
Nur die Gefahr kann einen Freund bewähren,
Die Außenseite trügt.
Ihr Weltenherrscher hasset nicht den Braven,
Weil er nicht niedrig kriecht,
Der erste eurer tiefgebückten Sklaven
Ist oft ein Bösewicht.
Ging einst ein Edelmann,
Und ihn umhüpften seine beiden Hunde:
Joli und Soliman.
Joli, das Windspiel, sprang mit tausend Possen
Hinan an seinen Herrn,
Und wird geküßt, indessen steht verstoßen
Der arme Pudel fern,
Den armen liebt man nicht, er kann nicht schmeicheln,
Zu finster ist sein Blick,
Und statt den treuen, wie Joli, zu streicheln,
Stößt man ihn stets zurück.
Nun aber wankt der Herr am steilen Strande
Mit ungewissem Fuß
Und stürzet plötzlich von dem glatten Rande
Des Abgrunds in den Fluß.
Indes Joli mit Furcht und bangem Bellen
Am hohen Ufer steht,
Sich in dem Silberspiegel glatter Wellen
Begaffet und dann geht,
Stürzt sich der brave, stets verschmähte Pudel
Hinab vom hohen Strand,
Entreißet mühsam seinen Herrn dem Strudel
Und trägt ihn froh ans Land.
O möge diese kleine Fabel lehren,
Wie oft der Schein belügt,
Nur die Gefahr kann einen Freund bewähren,
Die Außenseite trügt.
Ihr Weltenherrscher hasset nicht den Braven,
Weil er nicht niedrig kriecht,
Der erste eurer tiefgebückten Sklaven
Ist oft ein Bösewicht.
Franz Grillparzer
Montag, 21. Dezember 2015
Der Geier und die Taube
Blutgierig rupfte einst ein Geier eine Taube,
Und sprach zu ihr:
»Du dummes Thier!
Du hassest mich: ich weiß es schon;
Dafür empfang‘ nun deinen Lohn!
Du bist und bleibest mein, und dienest mir zum Raube
Die Götter sind gerecht!« – »O möchten sie es seyn!«
Fällt drauf die Taube, zu dem Himmel blickend, ein. –
»Wie!« – ruft der Geier nun – »Tod und Verderben!
»Jetzt mußt du schonungslos, Verruchte! sterben;
Ich hätte dir aus Mitleid noch verzieh’n;
Nun winkt die Rache, Gottesläugnerin!«
Und sprach zu ihr:
»Du dummes Thier!
Du hassest mich: ich weiß es schon;
Dafür empfang‘ nun deinen Lohn!
Du bist und bleibest mein, und dienest mir zum Raube
Die Götter sind gerecht!« – »O möchten sie es seyn!«
Fällt drauf die Taube, zu dem Himmel blickend, ein. –
»Wie!« – ruft der Geier nun – »Tod und Verderben!
»Jetzt mußt du schonungslos, Verruchte! sterben;
Ich hätte dir aus Mitleid noch verzieh’n;
Nun winkt die Rache, Gottesläugnerin!«
Claris de Florian
Montag, 7. Dezember 2015
Die kleinen Leute
In Lilliput (ich glaub’ es kaum,
Doch Swift erzählt’s) giebt’s Leute
So groß, als ungefähr mein Daum:
Man denk erst in der Weite!
Da müssen sie gewiß so klein
Als bei uns eine Mücke seyn.
O wär’ ich dort, wie groß wär’ ich!
Man nennte mich den Riesen,
Und mit den Fingern würd’ auf mich,
Wo man mich säh’, gewiesen:
Dort, sprächen sie, dort gehet er!
Und vor mir ging’ ein Schrecken her.
Doch, wenn ich nun nicht klüger wär’,
Als jetzt, sie aber wären
Gesitteter, verständiger,
Wie? würden Sie mich ehren?
Ich glaube kaum. Sie würden schrein:
Am Leibe groß, am Geiste klein!
Doch Swift erzählt’s) giebt’s Leute
So groß, als ungefähr mein Daum:
Man denk erst in der Weite!
Da müssen sie gewiß so klein
Als bei uns eine Mücke seyn.
O wär’ ich dort, wie groß wär’ ich!
Man nennte mich den Riesen,
Und mit den Fingern würd’ auf mich,
Wo man mich säh’, gewiesen:
Dort, sprächen sie, dort gehet er!
Und vor mir ging’ ein Schrecken her.
Doch, wenn ich nun nicht klüger wär’,
Als jetzt, sie aber wären
Gesitteter, verständiger,
Wie? würden Sie mich ehren?
Ich glaube kaum. Sie würden schrein:
Am Leibe groß, am Geiste klein!
Christian Felix Weiße
(1726 - 1804)
Montag, 30. November 2015
Die Preisfrage
Die Akademie zu Dorndorf warf diese Preisfrage auf: Was ist jetziger Zeit für ein Unterschied zwischen einem Lehrjünger Ulpians, und einem Anfänger in der neuern Philosophie?
Lange blieb die Frage unaufgelöset. Endlich erhielt jener den Preis, der sagte: Die Rechtsgelehrte unsrer Zeit lernen eher schreiben als denken; die Schüler der neuern Philosophie hingegen eher denken als schreiben.
Lange blieb die Frage unaufgelöset. Endlich erhielt jener den Preis, der sagte: Die Rechtsgelehrte unsrer Zeit lernen eher schreiben als denken; die Schüler der neuern Philosophie hingegen eher denken als schreiben.
Heinrich Brauns
Versuch in prosaischen Fabeln und Erzählungen
München 1772
zu finden bey Joahnn Nepomuk Fritz,
und Augspurg bey Iganz Anton Wagner
Versuch in prosaischen Fabeln und Erzählungen
München 1772
zu finden bey Joahnn Nepomuk Fritz,
und Augspurg bey Iganz Anton Wagner
Donnerstag, 26. November 2015
Die Werwolf-Probe
Eines Tages brachten Bauern einen Mann nach Königsberg zu Herzog Albrecht von Preußen (*1490 - +1568), den sie für einen Werwolf hielten. Er sah verwildert aus und hatte im Gesicht Narben und Wunden. Der Mann sagte, dass diese von Hunden stammten, die ihn verfolgten, wenn er sich als Werwolf verwandelte. Dies würde zweimal im Jahr geschehen, einmal zum Johannisfest und dann zu Weihnachten. Er würde die Gestalt eines Wolfes annehmen, in die Wälder laufen und sich zu den echten Wölfen gesellen. Die Verwandlung würde ihm nicht leicht fallen, gab der Mann zu. Jedes Mal würde ihn große Angst überkommen, bevor die Haare ausbrächen und der Wolfspelz wuchs. Das alles schien sehr glaubhaft zu sein, doch wolle man sich selbst davon überzeugen. Deshalb behielt man ihn im Schloss, bis die Zeit der Verwandlung kam. Aber der Mann blieb ein Mensch und wurde kein Wolf.
Erzählt nach einer alten ostpreußischen Sage
Abonnieren
Posts (Atom)


