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Samstag, 24. September 2011

fabuliren

fabuliren, verb. reg. neutr. mit dem Hülfswerke haben, in der niedrigen Sprechart, fabeln, Fabeln, Mährchen erzählen, aus dem Latein. fabulari.

Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart
mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten besonders aber der Oberdeutschen
von Johann Christoph Adelung
Zweiter Theil, von F - L.

Sonntag, 18. September 2011

Fabelwerk

Der Fabelschmid, des –s, plur. die –e, der Urheber einer Fabel oder erdichteten Erzählung, im verächtlichen Verstande.

Grammatisch-kritisches Wörterbuch
der Hochdeutschen Mundart
mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten
besonders aber der Oberdeutschen
von Johann Christoph Adelung
Zweiter Theil, von F - L.
Wien, 1808

Samstag, 14. Mai 2011

Die Fabellehre

Die Fabellehre, plur. die –n, die Lehre oder Wissenschaft der gottesdienstlichen Fabeln der ältern Völker; die Mythologie.

Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart
mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten besonders aber der Oberdeutschen
von Johann Christoph Adelung
Zweiter Theil, von F - L.
Wien, 1808

Samstag, 6. März 2010

Der Salamander

Quelle: Wikipedia

Der Salamánder, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Eidechsen, deren Körper viele kleine Löcher hat, aus welchen sie einen Saft spritzen, welcher die Kohlen, welche auf sie geworfen werden, auf eine Zeit lang auslöschet, daher denn die alte Fabel entstanden, daß der Salamander im Feuer lebe; Lacerta Salamandra L. ehedem Feuerwurm. S. auch Molch. In der Dichtkunst der Neuern pflegt man, nach dem Vorgange des Abts von Villar in seinem Comte de Gabalis, auch wohl eine Art erdichteter Feuergeisterchen Salamander zu nennen, so wie die Sylphen Luftgeister, Gnomen Erdgeister, und die Nymphen Wassergeister bezeichnen. Der Nahme ist aus dem Griech. σαλαμανδρος entlehnet, wo die erste Hälfte σαλα entweder zu Sahl, Wasser, Feuchtigkeit gehöret, weil diese Eidechse im Feuer Wasser von sich spritzet, oder auch aus einer ältern Sprache herstammet, wo Sahl Feuer bedeutet hat, da es denn wieder eine Önomatopöie der zischenden Bewegung des Feuers seyn würde.

Adelung
Grammatisch-kritisches Wörterbuch
der Hochdeutschen Mundart
Leipzig 1798

Mittwoch, 23. September 2009

Die Fabel, plur. die -n, Diminut. Fabelchen

1) Ein jedes allgemeines Gespräch und der Gegenstand desselben; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung. Israel wird ein Sprichwort und Fabel seyn unter allen Völkern, 1 Kön. 9, 7. Chron. 7, 20. Daß sie sollen zu Schanden werden, zum Sprichwort, zur Fabel u.s.f. Jer. 24, 9. 2) In engerer Bedeutung, eine jede erdichtete Erzählung, ein Mährchen. 3) In noch engerem Verstande, eine erdichtete Erzählung, mit welcher der Dichter eine sittliche Absicht verbindet, zum Unterschiede von einem Mährchen, welches keine moralische Absicht hat, sondern bloß zur Belustigung dienet. In diesem Verstande gehören die Lustspiele, die Trauerspiele, Heldengedichte, Romanen u.s.f. zur Fabel. 4) In der engsten Bedeutung, begreift man unter diesem Nahmen die Erzählung einer allegorischen Handlung, welche Thieren und geringern Dingen beygeleget wird; um sie von der Erzählung im engsten Verstande zu unterscheiden, in welcher auch Menschen und höhere Wesen eingeführet werden können. Gellerts Fabeln und Erzählungen. Diese Fabeln in engsten Verstande werden auch Äsopische Fabeln genannt. Anm. Dieses Wort ist aus dem Latein. fabula entlehnet. Ehe solches geschahe, nannte man dergleichen erdichtete Erzählungen auch wohl Spel, Spiele, und Bischaft. S. Beyspiel.

Adelung
Grammatisch-kritisches Wörterbuch
der Hochdeutschen Mundart
Band 2. Leipzig 1796, S. 2-3.

Samstag, 19. September 2009

Literatur der Sanskrit-Sprache

Es wurden schon früh in Indien mehre Umarbeitungen und Auszüge aus dem Pantscha Tantra gemacht, von welchen die unter dem Namen Hitó padésa, d.i. freundliche Unterweisung, bekannte, die berühmteste ist. Diese Sammlung von Fabeln oder vielmehr von politischen und moralischen Apologen, hat ebenfalls Vishnu Sarma zum Verfasser, und ist halb in Versen und halb in Prosa abgefasst. Sie wird auch häufig unter dem Namen der Fabeln des Pilpay oder Bidpay angeführt. Diese Fabeln haben sich in zwey verschiedenen Zweigen fast über die ganze kultivirte Welt verbreitet; der eine, unter dem ursprünglichen gemeinschaftlichen Namen Hitópadésa, blieb beinahe nur Indien eigenthümlich, während der andere, unter dem Titel: Calila und Dimna, sich durch das westliche Asien und alle Länder Europens berühmt machte.

Friedrich Adelung
aus: Literatur der Sanskrit-Sprache
St. Petersburg, 1837

Sonntag, 28. Dezember 2008

Die Fabeln des Pilpay (2)

Es wurden schon früh in Indien mehre Umarbeitungen und Auszüge aus dem Pantscha Tantra gemacht, von welchen die unter dem Namen Hitó padésa, d.i. freundliche Unterweisung, bekannte, die berühmteste ist. Diese Sammlung von Fabeln oder vielmehr von politischen und moralischen Apologen, hat ebenfalls Vishnu Sarma zum Verfasser, und ist halb in Versen und halb in Prosa abgefasst. Sie wird auch häufig unter dem namen der Fabeln des Pilpay oder Bidpay angeführt. Diese Fabeln haben sich in zwey verschiedenen Zweigen fast über die ganze kultivirte Welt verbreitet; der eine, unter dem ursprünglichen gemeinschaftlichen Namen Hitópadésa, blieb beinahe nur Indien eigenthümlich, während der andere, unter dem Titel: Calila und Dimna, sich durch das westliche Asien und alle Länder Europens berühmt machte.

Friedrich Adelung
aus: Literatur der Sanskrit-Sprache
St. Petersburg, 1837