Herr Dichter, sprach ein Fuchs, der an der Kette lag,
Ich bitte, laßt mich los! ich will ein Stückchen machen,
Ihr sollt darüber lachen;
Nur heut' auf einen Tag!
Auf einen Augenblick
Dürft es nur sein, du Schalk! so lachtest du der Kette.
Ja! wer von dir nicht schon so manches Schelmenstück
Gehöret und gelesen hätte!
Du bist so schlau, so schlau! so listig, daß man dich
Fest hält, wenn man dich hat; die Kunst ist, dich zu kriegen!
Darum, du Vogel, du! wer klug ist, tröstet sich
An seiner Kette selbst, und bleibt geduldig liegen.
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Donnerstag, 28. März 2019
Samstag, 11. April 2015
Der Habicht und der Storch
Ein Habicht schoß auf eine Lerche herab und ergriff sie mit seinen tödlichen Krallen. Er wollte sie rupfen, da störte ihn ein Storch, der die Jagd mitangesehen hatte.
"Die arme, kleine Lerche!" seufzte er vorwurfsvoll. "Eben hat mich ihr lieblicher Gesang noch erfreut."
"Spare dir dein Mitleid", meinte der Habicht schroff, "der Frosch, den du gerade verspeist hast, quakte vorhin auch noch so fröhlich."
Freitag, 5. Juli 2013
Der Sperling und die Nachtigall
Ein Sperling sprach zu einer Nachtigall:
Der Storch ist doch ein großer Reiser!
Er reist in alle Welt, ist, sagt er, überall
Umher gewesen; ob er weiser
Geworden ist? Ich zweifle dran.
Die Nachtigall hört alle an,
Sagt nichts; allein, man las in ihrem Blick,
Daß sie nicht eben viel vom Afterreden halte –
Sie flog in ihren Wald zurück,
Und sang, daß Berg und Thal erschallte!
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Ausgewählte Werke, Leipzig 1885
Ausgewählte Werke, Leipzig 1885
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18./19. Jh.,
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Gleim,
Sperling,
Storch
Donnerstag, 25. Oktober 2012
Der Hengst und die Wespe
Eine kleine Wespe stach
Einen Hengst. Er schlug nach ihr;
Und die kleine Wespe sprach:
Hengsten, schlag’ doch nicht nach mir,
Sieh, ich sitz’ an sichrem Orte,
Hengsten geh! du triffst mich nicht!
Hengsten gibt ihr gute Worte.
Und die kleine Wespe spricht:
Sanftmut findet doch Gehör!
Sieh nun stech’ ich dich nicht mehr!
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Labels:
18./19. Jh.,
Fabeln für Kinder,
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Gleim
Samstag, 23. Juni 2012
Sperling und Taube
Ein loser Sperling sprach zu einer frommen Taube,
Als wär's sein rechter Ernst: Frau Nachbarin, ich glaube,
Gott schuf den Menschen uns zu unserm Dienst – Er streut,
Und zwar mit aller Freundlichkeit,
Uns unser Futter alle Morgen
Vor unsern Schnabel! – Nahrungssorgen
Hat Er: und wir, wir Kinder der Natur,
Wir essen, und wir lieben nur!
Mit nichten, sagte da die Taube,
Das Futter streut der Mensch nicht dir;
Er streut es meinem Mann und mir!
Ja, mir allein, und meinem Mann!
Du bist ein Dieb, du lebst vom Raube.
Dein Glaub' ist falscher Glaube,
Den ich an dir nicht leiden kann!
Als wär's sein rechter Ernst: Frau Nachbarin, ich glaube,
Gott schuf den Menschen uns zu unserm Dienst – Er streut,
Und zwar mit aller Freundlichkeit,
Uns unser Futter alle Morgen
Vor unsern Schnabel! – Nahrungssorgen
Hat Er: und wir, wir Kinder der Natur,
Wir essen, und wir lieben nur!
Mit nichten, sagte da die Taube,
Das Futter streut der Mensch nicht dir;
Er streut es meinem Mann und mir!
Ja, mir allein, und meinem Mann!
Du bist ein Dieb, du lebst vom Raube.
Dein Glaub' ist falscher Glaube,
Den ich an dir nicht leiden kann!
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Ausgewählte Werke, Leipzig 1885
Ausgewählte Werke, Leipzig 1885
Mittwoch, 20. Juni 2012
Der Sperling und der Dichter
Ein Sperling saß auf einem Dach,
Und hörte meine Stubenlerche singen;
Und lauschte, lauschte; sang ihr nach;
Allein es wollt' ihm nicht gelingen,
Er traf nicht einen rechten Ton!
So, dacht' ich, lern' ich auch nicht singen,
Wie ein Anakreon!
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Ausgewählte Werke, Leipzig 1885
Ausgewählte Werke, Leipzig 1885
Donnerstag, 16. Dezember 2010
Trumpf
Der Dichter Gleim ließ einst sich und seinen Freund, den Dichter Johann Georg Jakobi (gest. 1814) von einem Maler porträtiren. Als die Beiden in dieser Zeit einmal bei dem Domdechanten v. Spiegel zu Halberstadt zu Mittag waren, fragte dieser bei Tische: »Sie und Jacobi lassen sich malen, doch wohl in Lebensgröße?« – »Nein,« antwortete Gleim, »das ist nur für Ritter, um die Sporen sichtbar zu machen; bei uns ist der Kopf die Hauptsache!«
aus:
Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens,
Jahrgang 1881, Elfter Band, S. 256
Mittwoch, 15. September 2010
Die Fabel von den Fröschen
Die Frösche hatten einen König!
Wir sind ein großes Volk! Er hat für uns zu wenig
Verstandesfähigkeit, und seine schöne Frau
Ist keine Königin, wie wir sie haben wollen
Seht! Sie beherscht den Mann, und ist ihm viel zu schlau,
Sie taugen beyde nichts, sie sollen
Herunter von dem Thron, sie sitzen zu bequem!
Und kurz: Uns Fröschen ist kein König angenehm,
Wir können wohl uns selbst regieren
Wir brauchen keine Majestät!
Wir alle sind uns selbst die Majestät! Wir haben
Des Frosches edles Recht begraben,
Laßts, sprach ein weiser Frosch, laßts wieder auferstehn!
Ja! quakten Tausende, Ja! ja! das muß geschehn!
Gequakt, gethan! die Quaker fiengen
Den König, sperrten ihn in einen Kefig ein!
Er soll nicht mehr der König seyn!
Koaxte man, ermordete den besten
Der Könige, beging die größten
Schandthaten! Tausend Könige
Regierten, tausend! Ach! und Weh!
Erscholl umher im Königreiche!
Man sah zehntausend dünne Bäuche,
Heißhunger übte die Gewalt
Die Gott der Herr ihm gab! das Königreich verarmte
Vier Jahre noch nicht alt
War's aufgerieben! Gott erbarmte
Sich gnädigst seiner, gab den Einen König bald
Dem irrgeführten Volke wieder!
Man sang: Es wird schon gehn
Wie wütend nun nicht mehr, sang neue Freudenlieder,
Dem Einen Könige, man schrieb
(Die Frösche schreiben auch, wie wir, Gedanken nieder,)
Was nun nicht mehr verborgen blieb!
Nun ist euch wohl, ihr Herrn! ihr Frösche! nun ins Freie!
Von tausend Königen nicht mehr ins Netz gekörnt!
Koaxt so viel ihr wollt, nun wieder, ach! und lernt;
Daß Einer besser ist, als tausend, und als Zweye!
Aus »Fabeln fürs Jahr 1795«, Erstdruck 1795.
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Sonntag, 30. Mai 2010
Der Maulwurf und der Hamster
Des Hamsters grub sich einst ein Maulwurf ein.
Hier, sprach er klagend, hier wird meines Hungers Jammer
Einmal am Ende sein!
Acht Tage schon hab' ich gegraben,
Und nichts gefunden, mich zu laben;
Gottlob! –
Indem er's sagt, entsteht
Ein großer Lärm, der Hamster kommt gesprungen;
»Dieb! Räuber! Mörder!« – Gnade fleht
Der arme Hungrige! Gekämpfet und gerungen
Auf Leben und auf Tod, wie in Amerika,
Wird in der allzuengen Kammer. –
Der arme Maulwurf stirbt und endigt seinen Jammer.
So wären, wenn's geschah,
Die Tiere ja
So grausam wie die Menschen? Nein!
Es kann wohl nicht geschehen sein.
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Samstag, 27. März 2010
Bär und Wolf
Ein Bär saß einst an einem Erlenstrauch,
Und leckte sich an seiner Tatze;
Ein Kater sah's, und eine Katze;
Das, sagte Hinz, das kann ich auch!
Ein Wolf erschien! der Kater schlich
Auf einen Baum, die Katze setzte sich
Still neben ihn, und beide, nun
In Sicherheit, sahn Heldenthaten thun!
Denn Wolf und Bär bekamen Krieg,
Und Ritter Bär erkämpfte hohen Sieg!
Da machte sich die Katze rauch,
Und fragte: Hinz! kannst du das auch?
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Mittwoch, 28. Oktober 2009
Nicht darum, weil du Fabulist …
Freitag, 17. April 2009
Ob er Fabeln machen könne?
Des Prinzen von Preußen Königliche Hoheit fragten im Jahre 1754 den Verfasser dieser Fabeln:
Ob er Fabeln machen könne?
Nein! war die Antwort; es ist nichts schwereres, als eine Fabel machen.
Ob er Fabeln machen könne?
Nein! war die Antwort; es ist nichts schwereres, als eine Fabel machen.
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Montag, 6. April 2009
Der Schmetterling und die Biene

Ein Schmetterling und eine Biene flogen
Zugleich auf eine Blum', und sogen,
Die Biene Honig! Was der Schmetterling?
Was saugst denn du, du buntes Ding?
Wollt' ich den kleinen Flattrer fragen,
Allein er flog davon; die Biene blieb und sog.
Kannst du, du Fleißige, fragt' ich die Biene, sagen,
Ob dieser Schmetterling, der eben weiter flog,
Auch Honig aus der Blume sog?
Ja! Honig! aber nur für seinen lieben Magen!
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
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18./19. Jh.,
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Schmetterlinge
Montag, 15. Dezember 2008
Wolf und Sohn

Das Söhnchen eines Wolfs zerriß ein armes Lamm.
Als nun der Vater Wolf von einem Zweikampf kam,
Und seinen Sohn, den Held, das Lamm zerreißen sah,
Und seiner Heldenthat der Sohn sich rühmte, da,
Da sprach der Vater: Narr! weil keine Lämmer beißen,
So kann man sie ja wohl zerreißen!
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Sonntag, 30. November 2008
Die Götter und die Bäume

Der Vater aller Götter wollte,
Daß jeder Gott und jede Göttin sich
Von allen Bäumen einen Baum
Erwählen und beschützen sollte.
Der Eichbaum, sprach er, ist für mich!
Apollo nahm den Lorbeerbaum;
Die Musen tanzten einen Tanz,
Und warfen ihm den ersten Lorbeerkranz
Um sein gelehrtes Haupt.
Die hohe Pappel, schön belaubt,
Erwählte Herkules; gelehnt auf seine Keule,
Sprach er: Ich leide keine Beile!
Cybele tritt herein, die Mutter aller Götter;
Die Götter neigten sich dem grüßenden Gesichte;
Sie spricht: Gebt mir den Baum, der ohne Blätter
Dem alten Winter trotzt, die immer grüne Fichte!
Komm her, du kleine Myrthe, komm her in meinen Schutz,
Sagt Venus, dich besinget Adonis, oder Uz!
Was aber sagt Minerva? Sie lächelt kleinen Spott,
Und sagt zum Zeus: Ich wähl' den Oelbaum, den kein Gott
Und keine Göttin wählte, der ist an Früchten reich.
Die unfruchtbaren Bäume, die, Götter, laß ich euch!
Da zankten sich die Götter, und Zeus entschied den Zank,
Umarmte seine Tochter, sang ihren Lobgesang.
Er sang, Apollo horchte, Minerva hat gewonnen,
Olympus mußte beben, und tanzen alle Sonnen!
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Sonntag, 26. Oktober 2008
Die Raupe und der Schmetterling

Eine kleine Raupe lag,
In ihr Leichentuch gesponnen,
Tot im Angesicht der Sonnen,
Und es war der schönste Tag.
Und ein schöner Schmetterling
Kam geflogen, setzte sich
Still daneben, sagte: Dich,
Kleine Raupe, wird nun bald
Die allmächtige Gewalt,
Die dort oben strahlt, erheben,
Und noch schöner an Gestalt,
Als du starbest, wirst du leben!
Toter! ich will Achtung geben,
Wie du zu dem zweiten Leben
Wirst hervor gehn!
Plötzlich warf
Sie die Schal' ab, ließ sie liegen,
Und der schöne Schmetterling
Sah den neuen Engel fliegen,
Wenn ich ihn so nennen darf.
In ihr Leichentuch gesponnen,
Tot im Angesicht der Sonnen,
Und es war der schönste Tag.
Und ein schöner Schmetterling
Kam geflogen, setzte sich
Still daneben, sagte: Dich,
Kleine Raupe, wird nun bald
Die allmächtige Gewalt,
Die dort oben strahlt, erheben,
Und noch schöner an Gestalt,
Als du starbest, wirst du leben!
Toter! ich will Achtung geben,
Wie du zu dem zweiten Leben
Wirst hervor gehn!
Plötzlich warf
Sie die Schal' ab, ließ sie liegen,
Und der schöne Schmetterling
Sah den neuen Engel fliegen,
Wenn ich ihn so nennen darf.
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Samstag, 11. Oktober 2008
Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Johann Wilhelm Ludwig Gleim wurde am 2. April 1719 in Emsleben (Ostharz) als viertes Kind des Obersteuereinnehmers Johann Laurenz Gleim geboren. Er besucht die Stadtschule und das Lyzeum in Wernigerode und studierte ab 1739 die Rechte, nahm aber bald die Philosophie hinzu. 1735 starben beide Eltern, das Studium wurde ihm durch wohlhabende Gönner ermöglicht. 1740 wurde Gleim Hauslehrer in Potsdam, dadurch dem Prinzen Wilhelm von Brandenburg bekannt, der ihn als Sekretär in seine Dienste und 1744 in den Zweiten Schlesischen Krieg mitnahm. Im gleichen Jahr war sein »Versuch in Scherzhaften Liedern« in zwei Teilen erschienen und machten den Verfasser berühmt. Nachdem der Prinz den Krieg nicht überlebte, wurde Gleim zunächst Sekretär des Alten Dessauers (Leopold I.), den er aber verließ, weil er mit dessen Rücksichtslosigkeit und Strenge nicht klar kam. Er lebte dann in Berlin, bis er 1747 als Domsekretär nach Halberstadt berufen wurden. Später wurde er Kanonikus im Stift Walbeck.
Gleim war mit wichtigen Dichtern seiner Zeit bekannt (Friedrich Gottlieb Klopstock, Johann Gottfried Herder, Johann Heinrich Voß, Johann Gottfried Seume u.a.) und gründete den Halberstädter Dichterkreis (Johann Georg Jacobi, Wilhelm Heinse u.a.), in dem sich viele junge Literaten trafen. Neben den »Preußischen Kriegsliedern« (1756) sind es vor allem seine »Fabeln« (1757), die ihn bekannt machten. Im Gegensatz zu den Kriegsliedern werden die Fabeln auch heute noch gelesen.
Am 18. Februar 1803 starb Gleim in Halberstadt.
Horst-Dieter Radke
Freitag, 10. Oktober 2008
Die Sperlinge

Man flickte - war’s zu Straßburg oder Rom?
Ich weiß es nicht - an einem Dom,
Und jagte Mutter, Brüder, Schwestern
Des Sperlingvolks aus ihren Nestern;
Und als die Flickerei zu Ende war,
Da kam, bei Tausenden, die Schar
Der Flüchtigen zurück geflogen;
Und freudig hätte jedes Paar
Sein Nestchen wieder gern bezogen;
Allein man sah betrübt, daß keins gelassen war.
Und: Gott! was hat sie doch bewogen,
Erseufzte da, mit tiefem Ach,
Ein alter Sperling auf dem Dach:
Uns unsere Wohnungen so grausam zu zerstören?
Was Bösers konnten sie nicht thun;
Als wenn die hohen Mauern nun
Zu etwas nütze wären!
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
siehe auch hier
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18./19. Jh.,
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Gleim,
Sperling
Mittwoch, 10. September 2008
Die Raupe und der Schmetterling

Eine kleine Raupe lag,
In ihr Leichentuch gesponnen,
Tot im Angesicht der Sonnen,
Und es war der schönste Tag.
Und ein schöner Schmetterling
Kam geflogen, setzte sich
Still daneben, sagte: Dich,
Kleine Raupe, wird nun bald
Die allmächtige Gewalt,
Die dort oben strahlt, erheben,
Und noch schöner an Gestalt,
Als du starbest, wirst du leben!
Toter! ich will Achtung geben,
Wie du zu dem zweiten Leben
Wirst hervor gehn!
Plötzlich warf
Sie die Schal' ab, ließ sie liegen,
Und der schöne Schmetterling
Sah den neuen Engel fliegen,
Wenn ich ihn so nennen darf.
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
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Schmetterlinge
Donnerstag, 4. September 2008
Die Fliege
Seht, Freunde, seht, die arme Fliege hier,
Beklagt, bejammert sie mit mir!
Sie sah den Wein in meinem Glase blinken;
Er lockte sie, zu ihm herab zu sinken,
Und auch, wie wir, Ambrosia zu trinken.
Sie sank herab,
Und fand ihr Grab,
Und trank den Tod, wo wir das Leben trinken.
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Aus »Lieder«, Erstdruck: Amsterdam 1749.
Aus »Lieder«, Erstdruck: Amsterdam 1749.
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