Georg Christoph Lichtenberg
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Donnerstag, 27. Oktober 2011
Warum schielen die Tiere nicht?
Warum schielen die Tiere nicht? Dies ist auch ein Vorzug der menschlichen Natur.
Montag, 11. Juli 2011
Der Esel …
Den Esel macht seine Ähnlichkeit mit dem Pferde nur desto lächerlicher, aber das Pferd wird nicht lächerlich durch den Esel.
Georg Christoph Lichtenberg
Montag, 18. Oktober 2010
Menschliche Vernunft
Wenn die Hunde, die Wespen und die Hornissen mit menschlicher Vernunft begabt wären, so könnten sie sich vielleicht der Welt bemächtigen.
Georg Christoph Lichtenberg
Freitag, 10. Juli 2009
Die stummen Fische

Es ist sehr weise, daß die Fische stumm sind; denn da das Wasser den Schall so außerordentlich fortpflanzt, so würden sie ihr eigenes Wort nicht hören. Ich glaube, eines der größten Unglücke, das die Welt befallen könnte, wäre dieses, daß die Luft den Schall ungeschwächt zwanzig Meilen weit fortpflanzte.
Georg Christoph Lichtenberg
Donnerstag, 29. Januar 2009
Insekten

Es wäre ein denkendes Wesen möglich, dem das Zukünftige leichter zu sehen wäre, als das Vergangene. Bei den Trieben der Insekten ist schon manches, das uns glauben machen muß, daß sie mehr durch das Künftige als durch das Vergangene geleitet werden. Hätten die Tiere ebensoviel Erinnerung des Vergangenen, als Vorgefühl des Künftigen, so wäre uns manches Insekt überlegen; so aber scheint die Stärke des Vorgefühls immer im umgekehrten Verhältnis mit der Erinnerung an das Vergangene zu stehen.
Georg Christoph Lichtenberg
Sonntag, 2. November 2008
Es ist schlimm genug …
Es ist schlimm genug, daß heut zu Tage die Wahrheit ihre Sache durch Fiktion, Romane und Fabeln führen lassen muß.
Georg Christoph Lichtenberg
aus: Sudelbuch
aus: Sudelbuch
Labels:
Begründung,
Lichtenberg,
Theorie der Fabel,
Zitate
Dienstag, 17. Juni 2008
Der Schuh und der Pantoffel
Ein Schuh mit einer Schnalle redete einen Pantoffel, der neben ihm stand, also an: »Liebster Freund, warum schaffst du dir nicht auch eine Schnalle an? Es ist eine vortreffliche Sache!«
»Ich weiß in Wahrheit nicht einmal, wozu die Schnallen eigentlich nützen«, versetzte der Pantoffel.
»Die Schnallen«, rief der Schuh hitzig aus, »wozu die Schnallen nützen? Das weißt du nicht? Ei, mein Himmel, wir würden gleich im ersten Morast steckenbleiben.«
»Ja ,liebster Freund«, antwortete der Pantoffel, »ich gehe nicht in den Morast.«
»Ich weiß in Wahrheit nicht einmal, wozu die Schnallen eigentlich nützen«, versetzte der Pantoffel.
»Die Schnallen«, rief der Schuh hitzig aus, »wozu die Schnallen nützen? Das weißt du nicht? Ei, mein Himmel, wir würden gleich im ersten Morast steckenbleiben.«
»Ja ,liebster Freund«, antwortete der Pantoffel, »ich gehe nicht in den Morast.«
Georg Christoph Lichtenberg
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