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Dienstag, 19. Januar 2016

Nathan

Nathan, ein Prophet und weiser Lehrer zu Salem, saß unter seinen Jüngern und die Worte der Lehre und der Weisheit flossen wie  Honig von seinen Lippen.

Da sprach einer seiner Jünger, Gamaliel: Meister wie kommt es, daß wir so gern deine Lehren empfangen, und alle horchen der Rede deines Mundes?

Da lächelte der bescheidene Lehrer und sprach: heißt mein Name nicht Nathan (Geben?) – der Mensch nimmt ja gerne, wenn man nur zu geben weiß!

Wie giebst du denn? fragte Hillel, ein anderer von denen, die zu seinen Füßen saßen.

Und Nathan antwortete: Ich reiche euch den goldenen Apfel in silberner Schaale. – Die Schaale empfanget ihr, aber ihr findet den Apfel.

Parabeln, oder Gleichnisse aus der Natur gezogen
mit anmuthigen Erzählungen und lehrreichen Bildern geziert
vorzüglich der Jugend und allen Ständen gewidmet
Friedrich Adolf Krummacher (Hrsg.)
Bregenz, 1810

Donnerstag, 30. April 2015

1. Nathan

Nathan, ein Prophet und weiser Lehrer zu Salem, saß unter seinen Jüngern und die Worte der Weisheit flossen wie Honig von seinen Lippen.
Da sprach einer seiner Jünger: Gamaliel: Meister, wie kommt es, daß wir so gern deine Lehren empfangen, und alle horchen der Rede deines Mundes?
Da lächelte der bescheidene Lehrer, und sprach; Heißet mein Name nicht Geben? Der Mensch nimmt ja gerne, wenn man nur zu geben weiß!
Wie giebst du denn? fragte Hillel, ein anderer von denen, die zu seinen Füßen saßen.
Und Nathan antwortete: Ich reiche euch den goldenen Apfel in silberner Schaale. Die Schaale empfanget ihr, – aber ihr findet den Apfel.
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Ein andermal fragte Gamaliel den weisen Nathan und sprach: Meister, warum lehrest du uns in Gleichnissen?
Nathan antwortete und sprach: Siehe, mein Sohn, als ich ein Mann ward, vernahm ich das Wort des Herrn in meinem Herzen, daß ich ein Lehrer des Volkes würde, und der Wahrheit Zeugniß gäbe, und der Geist Gottes kam über mich. Da ließ ich meinen Bart wachsen, und kleidete mich in grob hären Tuch, und ging hinaus unter das Volk und strafte es mit harten gewaltigen Worten. – Aber die Menschen flohen vor mir, und nahmen meine Worte nicht zu Herzen, oder sie deuteten sie auf Andere.
Da ergrimmte ich in meinem Geist, und floh hinaus in die Nacht auf das Gebirge Hermon, und sprach in meinem Herzen: Wollen sie das Licht nicht, so mögen sie in Nacht und Dunkel wandeln, und in der Finsterniß verderben! – So rief ich und wandelte zürnend in der finstern Nacht.
Siehe! Da kam die Dämmerung, und die Morgenröthe stieg am Himmel empor, und der Thau des Morgens troff hernieder auf das Gebirge Hermon. Da entwich die Nacht, und Hermon duftete. Denn der Schimmer des Morgenroths war sanft und lieblich, und die Nebelwolken schwebten um die Gipfel der Berge und leuchteten das Erdreich. Die Menschen aber wandelten fröhlich und schauten zur Morgenröthe empor. Da stieg der Tag vom Himmel hernieder, und die Sonne kam aus den Armen des Morgenroths und bestrahlte die bethaueten Pflanzen.
Und ich stand und schauete, und es ward mir sonderlich im Herzen. Da erhob sich säuselnd der Morgenwind, und ich vernahm im Gesäusel die Stimme des Herrn, die redete zu mir und sprach: Siehe, Nathan, so sendet der Himmel dem Sohn der Erde seine köstlichste und zarteste Gabe, das süße Tageslicht!

Als ich nun vom Gebirge herniederstieg – fuhr der Prophet fort – da führte mich der Geist des Herrn unter einen Granatbaum. Der Baum aber war schön und schattig, und er trug zu gleicher Zeit Blüthen und Früchte.
Und ich stand in seinem Schatten und schauete seine Blüthe an und sprach: O wie ist sie so schön und röthlich, gleich dem zarten Hauch der Unschuld auf den blühenden Wangen der Töchter Israels! –
Und als ich mich näher hinzu neigete, fand ich auch die herrliche Frucht, verborgen in dem Schatten der Blätter.
Da geschah zu mir das Wort des Herrn aus dem Granatbaum und sprach: Siehe, Nathan, so verheisset die Natur in der einfachen Blüthe die köstliche Frucht und reichet sie, ihre Hand verbergend, im Schatten des Laubes!
Und nun – fuhr der weise Nathan fort – kehrt’ ich frohen Muthes nach Salem zurück; ich that mein rauhes Gewand von mir, salbete mein Haupt und lehret die Wahrheit in fröhlicher Weise und in Gleichnissen.
Denn die Wahrheit ist ernst und hat wenig Freunde. Darum erscheinet sie gern in einfach fröhlichem Gewande, menschlich unter den Menschen, ob sie möchte Freunde und Jünger gewinnen.

Friedrich Adolph Krummacher (1767 - 1845)
Parabeln
Essen, 1829

Freitag, 17. April 2015

Der Schmetterlingsfang


Der kleine Wilhelm hüpfte an einem frühen Sommermorgen in den garten seines Vaters, um von dem Blumenbeet, welches ihm eigen gehörte, einen Strauß von Nelken und Levkojen zu pflücken, der Mutter zum Geschenk. Denn es war ihr Geburtstag.
Als er nun in den Garten kam, erblickte er einen schönen Sommervogel, der hin und her flatterte. Da vergaß der Knabe Mutter und Blumen, und wollte das Vöglein erhaschen.
Anfangs verfolgt’ er es gebückt und mit leisen Schritten, um es unversehens zu ergreifen, aber mit jedem Schritt wuchs seine Begierde, um das Vöglein dünkte ihm schöner an Fittich und Farben, je mehr es sich entfernte. – Endlich ließ er sich nieder und setzte sich auf ein kleines Obstbäumchen, welches seine ersten Blüthen trug. Dieses aber stand neben dem Blumenbeet, das ihm eigen gehörte, und auch das Bäumchen hatte der Vater ihm geschenkt. Darum, und weil es so klein war und eine schöne Krone trug, liebte der Knabe es sehr.
Als er nun das Sommervöglein auf der Blüthe sitzend erblickte, sprang er eilends hinzu und schlug mit seinem Hut so heftig nach dem Sommervogel auf dem Bäumchen, daß alle Blüthen hernieder fielen und zwei Aeste herabgerissen wurden.
Da sah er bestürzt vor sich nieder zu seinen Füßen, wohin die Zweige gefallen waren, und ward gewahr, daß er auch alle seine Hyacinthen, Levkojen und Nelken zertreten hatte, und der Sommervogel lag todt und zerrissen zu seinen Füßen.
Da kehrte Wilhelm weinend und wehklagend nach Hause zurück, ohne Schmetterling und Blumen – ein Bild leidenschaftlicher Sinnlichkeit, die nach Freuden haschte.

Parabeln von 
Dr. Friedrich Adolph Krummacher
Essen, 1829

Dienstag, 3. Mai 2011

Die Parabel

Die Parabel muss von der Fabel (denn sie ist mit ihr eng verwandt, weil auch sie gänzlich Erdichtung) wohl unterschieden werden, beide beschäftigen sich mit einem Bilde, aber in der Fabel liegt die Lehre in der beigefügten Anwendung des Bildes, in der Parabel in einem Gleichnisse, wie das des Jetham (Richt. 9,8 ff.), welches Gleichnis entweder gedeutet wird oder nicht; die Fabel nimmt ihre Bilder nicht aus der Menschenwelt, wohl aber die Parabel, jene nimmt sich auch aus der Thierwelt, die Parabel nicht. Die Fabel gibt stäts eine Moral, die Parabel nicht bloß diese, sondern sie deutet auf alle Zustände des Lebens, namentlich aber auf Religion; die Fabel kann scherzen, die Parabel ist stäts ernst. Sie ist eine durch ein Gleichniß belehrende Erzählung. Sie bewegt sich gern auf dem Gebiete der Wirklichkeit (was bei der Fabel nie der Fall ist) und stellt gern einen wahrscheinlichen Fall dar (so Jesu meiste Parabeln, z.B. von verlorenen Sohne, von den Arbeitern im Weinberge). Sie will eine Idee in einem fortschreitenden Bilde (zum Unterschiede von den Allegorie, deren Bild statarisch ist) entwickeln, dadurch Belehren, überzeugen, warnen. Der Meister in der Parabel ist Jesus. Ausgezeichnete Parabeln sind außer des schon erwähnten des Jotham, die Bußpredigt Nathan’s an David (2. Sam. 12.), in Lessing’s Nathan die von den drei Ringen. Auch Herder und Krummacher haben auf diesem Gebiete Ausgezeichnetes geliefert.

D.J.G. Scheibel
in: Allgemeine Kirchenzeitung
Sonntag 22. October 1837
Nr. 169, S. 1389 f.

Freitag, 11. März 2011

Das Grab

Brahma
Bildquelle: Wikipedia
Dritte Parabel

1814

Still und voll Wehmuth wandelte der Brame in seinem einsamen Thale und gedachte der geprüften duldenden Fürstin, siehe, da erhob sich von neuem ein furchtbarerer Krieg. Der gewaltige Verderber brach auf von Abend her mit seiner wilden Heerschaar, das Land gegen Morgen zu verwüsten. Und was er mit Schmach und Hohn begann, gelang ihm, aber die Menschheit erseufzte.
Da flehete der Greis Tag und Nacht zu Brama für Wikrama den Gerechten und für Sakontala, die holdselige Fürstin. Aber sein Gebet ward nicht erhört, und das Getümmel des Krieges wälzte sich wie ein Strom bis an das Thal des Braminen, und das Land erlag unter der Geißel des Drängers.
Da floh der Brame trauernd in das wilde Gebirg‘ und wohnte zwischen den Felsen und verschmähete, ein menschlich Antlitz zu schauen. Denn seine Seele war voll Gram und wünschte zu sterben.
Aber sein Wunsch ward nicht erfüllt und er wohnete einsam zwischen den Felsen mehrere Jahre lang. Plötzlich erscholl ringsumher aus der Ferne ein freudiges Getön von Siegesjubel und Friedensgesängen mit Cymbeln und Drommeten.

Da neigete sich der Greis mit seinem Angesicht zur Erde und betete an, stand auf und salbte sein Haupt und sprach: Ehe denn ich sterbe, muß ich den Sieg der Gerechten und das Antlitz der Königin schauen!
Darauf füllte der Brame von neuem sein Körbchen mit den schönsten Frühlingsblumen des Thals und bedeckt‘ es mit den jungen Sprößlingen des Oel- und Palmbaums und dem duftenden Laube der zarten Mirte. Nun wandte er eilends sein Angesicht zur Königsstadt, und wandelte schweigend zwischen den jauchzenden Schaaren des Volkes.
Als er nun in die Thore des Palastes trat, da erheiterte sich das Angesicht des Greises, und er that seinen Mund auf und sprach zu den Dienern des Königs: Geleitet mich zu der Königin, daß ich mein Opfer ihr bringe Ich habe seit sieben Jahren die Welt nicht gesehen.
Da er diese Worte geredet, sahen die Diener ihn an, und sie verstummten und weinten. Der Brame aber sprach: Was weinet ihr, und wie ist euer Angesicht verwandelt?
Da antworteten die Diener und sprachen: Bist du denn ein Fremdling auf Erden, daß du allein nicht weißt, was geschehen ist? – Und sie führten ihn zu dem Grabe der Fürstin. Siehe, sprachen sie, ihr Herz ist gebrochen! – Und sie vermochten nicht mehr zu reden und weineten.
Da verklärte sich das Angesicht des Greises, und sein Auge glänzte wie eines Jünglings, und er erhob sein Haupt und sah auf gen Himmel und sprach: Seh‘ ich nicht Brama’s Thron und den Glanz des ewigen Lichtmeers, das ihn umschwebet! Und Sakontala ruhet vor ihm auf des Morgenroths duftigem Gewölk und blicket hernieder. – Des versöhnten Vaterlandes reinstes Opfer strahlet sie nun als Priesterin des himmlischen Friedens – Verklärte, sieh, auch jetzt noch weih‘ ich dir die irdischen Blumen. –
Darauf schwieg der Greis und neigte sein Angesicht über das Grab und die Blumen. Da erhob sich ein lindes Säuseln; und Brama lösete seine Seele.

Parabeln
von Dr. Friedrich Adolph Krummacher
Essen, 1829

Donnerstag, 10. März 2011

Der Edelstein

Sakuntala schaut zurück
Raha Ravi Varma (1848 - 1906)
Bildquelle: Wikipedia

Zweite Parabel

1807

Sakontala, die schönste und liebenswürdigste unter den Königinnen Indiens, feierte den Tag ihrer Geburt mit Thränen und stillem Gebet zu Brama. Denn es hatte ein furchtbarer Krieg das Land verheert, und der Herrscher Indiens, ihr Gemahl, war ferne von ihr im Gewühl der Schlachten. Aber, was ihren Schmerz noch herber machte, viele der Getreuen des Landes waren im Streit gefallen, und andere Diener des Königs, obwohl er sie mit Wohlthaten und Ehre gekrönet hatte, waren abtrünnig und in dem Undank und der Feigheit ihres Herzens offenbaret worden zur Zeit der Gefahr. Darum weinete Sakontala im Stillen und der Tag ihrer Geburt war ihr wie ein Tag des Todes.
Da trat der dienenden Frauen Eine herein zu der traurenden Fürstin und sprach: Siehe, der Brame ist da, der dir die Blumen seines Thals überreichet.
Aber Sakontala seufzte und sprach: Wie könnten Blumen mein zerrissenes Herz erfreuen und mir ein Schmuck seyn zu meinen erblaßten Wangen? - Jedoch, - sagte darauf die holde Königin - führet ihn zu mir, damit ich aus seiner Gabe erkenne, daß in meinem Kummer die Liebe treuer Einfalt mir bleibet.
Der alte Bramin kam und verneigte sein Angesicht und sprach: Siehe du freundliche Herrscherin und Mutter deines Vokes, deine Leiden haben dir nicht die Herzen der Bewohner des Thals entfremdet, wo du einst wandeltest, als noch der erste Lenz des Lebens dir lächelte. Denn der Wechsel des wankelmüthigen Glückes mag die Bande treuer Liebe nicht lösen; wohl schlingt er sie fester. – Doch Blumen bring‘ ich dir nicht. Sie sind zertreten in unserm Thale, aber sie werden schöner aufblühen, wenn Brama nach dem Sturme den Lenz hernieder sendete. Ich bringe dir das Köstlichste, was unser Thal erzeugte - einen Edelstein, so schön als jemals Indien einen sah.
Die unvergleichliche Herrscherin blickte schweigend und voll Verwunderung den Bramen an.
Er aber redete ferner und sprach: Blumen weihete ich dir, als noch auf deinem schönen Antlitz der jugendliche Glanz ungetrübter Freuden blühete. Aber Brama hat dir Leiden gesendet; ich sehe deine Wange umhaucht von der Blässe des stillen Kummers; ich wußte, daß du mit Thränen den Tag deiner Geburt begrüßen würdest. – Schönen Seelen sind sie ein Thau des Himmels, der ihre Blüthe vollendet. – So heiliget Brama seine Lieblinge! Siehe, darum bring‘ ich dir nun das Edelste, was die Natur erzeugt.
So sprach der Brame und setzte mit freundlicher Ehrfurcht ein Kästchen von Ebenholz zu den Füßen Sakontala. Herrlicher strahlte das edle Gestein in der dunklen Umfassung.
Da neigte die Königin ihr Antlitz und schauete auf das Kästchen und den edelen Stein, der es mit seinen Strahlen erfüllete. Und eine helle Thräne sank von ihren Wangen hernieder.
Der Bramin aber kehrt ein das einsame Thal zurück, und wandelte still und voll Wehmuth. Denn er hatte die Thränen Sakontala’s gesehn.

Parabeln
von Dr. Friedrich Adolph Krummacher
Essen, 1829

Mittwoch, 9. März 2011

Das Geschenk des Bramen


Shakuntala mit Freundinnen
Ravi Varma (1848 - 1906)
Bildquelle: Wikipedia

Erste Parabel
1806

Sakontala, die liebenswürdigste und geliebteste aller Königinnen, die jemals Indiens Thron zierten, die holde Gattin des edeln Fürsten Wikrama, feierte einstmal den fröhlichen Tag ihrer Geburt. Und die Freude erscholl in den Hütten und Pallästen des ganzen Landes, aber lebendiger und zarter tönete ihr Laut in jeglichem Herzen.

Denn das Antlitz der Königin war schön und sanft, und der Blick ihres Auges strahlte milde und lieblich, wie die Abendsonne, wenn sie hinter das Gebirge sich neiget, und den Thau und Kühlung hernieder sendet, und die Berg‘ und Thäler feuchtet von oben her.

Also war auch das Antlitz Sakontala. Darum schauten Indiens Bewohner kindlich zu der unvergleichlichen Fürstin empor mit Liebe und Dank, und brachten köstliche Gaben allerlei Art, die schönsten Gewächse des Landes, und Salben und Gold und Edelsteine; andere aber fleheten Segen von Brama.

Siehe, da trat zu der Feiernden, die sich in den Thoren der Fürstin versammelt hatten, auch ein Brame, der trug in seinen Händen ein Körblein von Binsen geflochten und einfaches Moos bedeckte den Rand des Körbleins.

Da sprachen die Diener des Hofes, die in den Hallen standen: Wird sich der Brame dem Glanz des Thrones nahn mit seinem Körblein von Binsen geflochten und mit kräuslichem Moose verbrämt? …

Aber der Brame nahete sich freimüthig und stellete das Körblein zu den Füßen Sakontala und sprach: Siehe du freundliche Herrscherin und Mutter deines Volkes, diese Binsen des Körbleins, und das zarte Moos der Hügel, und diese einfachen Blümchen sind jenem fernen Thale an der äußersten Gränze deines großen Gebiets entsprossen, wo dein Fuß wandelte, als noch der erste Lenz des Lebens dir lächelte.

Also redete der Brame, und das Körblein stand zu den Füßen Sakontala.

Da neigte die Königin ihr Antlitz und schaute auf das Körblein und auf die Blümchen, die es erfülleten. Und sie lächelte hernieder voll Anmuth auf die Blumen des Thales ihrer Jugend. –

Der Brame aber kehrte in das einsame Thal zurück und die Herrlichkeit des Feldes dünkt‘ ihm schöner. Denn er hatte das lächelnde Antlitz Sakontala gesehen.

Friedrich Adolph Krummacher
aus: Parabeln
Essen, 1829