Wenn ich früher auf dem Weg nach Wertheim oder zurück von Wertheim Richtung Tauberbischofsheim an der Stelle vorbei kam, an der es ab zur Eulschirbenmühle ging, gab es nichts auffälliges zu bemerken. Neuerdings stehen dort am Straßenrand aber immer ein oder zwei Autos oder Radfahrer sind auf dem Weg zu sehen, der zu dem alten, Schloß ähnlichen Gemäuer führt. Ob ich das auf die Veröffentlichung in meinem Buch »Alles fließt in Tauberfranken« zurückführen darf?
Nicht nur das Gebäude, das leider zu verfallen scheint, ist romantisch, sondern auch die Sage, die damit verknüpft ist:
Der Graf, der auf der
Gamburg lebte und seine Tage mit Fischen und Jagen verbrachte, sah ein Mädchen
von großer Schönheit an der Mühle vorübergehen. Er erfuhr, dass die Fremde seit
kurzem in der Mühle verdingt sei. Als er einmal sah, dass sie sich ihrer
Kleider entledigte und in das Wasser der Tauber sprang, wo sie dann als
Wasserfrau mit Fischschwanz eine Weile ihr Vergnügen fand, stahl er ihr die
Kleider und machte sie so zu seiner Geliebten. Der neidische Müller verband
sich mit dem Abt von Bronnbach. Beide machten dem Treiben ein Ende. Die
Wasserfrau verschwand für immer und der Graf starb bald aus Gram.
aus: Horst-Dieter Radke
Alles fließt in Tauberfranken
Gmeiner Verlag, 2013
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